Kunstausstellung im Alten Lyzeum

ANDER - Schattenseiten. Idole und Figurationen. Die Abstraktion der Idee in der zeitgenössischen Malerei.

14. Juni – 06. Juli 2026 im Alten Lyzeum in Olpe

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 14. Juni 2026, 11.00 Uhr

Die künstlerischen Anfänge von ANDER reichen zurück in die frühen Sechzigerjahre nach Dülmen. Inspiriert durch die kreative Förderung seines Vaters entstanden bereits in jungen Jahren erste Zeichnungen. Nach einer Ausbildung in einem gestalterischen Beruf absolvierte ANDER ein Studium der Visuellen Kommunikation und des Produktdesigns an der Fachhochschule Münster. Darüber hinaus sammelte er als freier Mitarbeiter bei Fernsehproduktionen von ZDF und WDR Einblicke in die Welt der Bühnen- und Szenengestaltung.

Während seines Studiums entzog sich ANDER weitgehend den stilistischen Strömungen der Siebziger- und Achtzigerjahre. Stattdessen orientierte er sich an der Ikonografie flämischer Malerei sowie an den Bildwelten der Renaissance. Nach ersten Ausstellungen und Vernissagen in den Siebzigerjahren führte ihn sein Weg 1983 als Grafiker zur LWL-Archäologie für Westfalen nach Olpe, wo er bis heute lebt und arbeitet.

Einen wichtigen Beitrag zur regionalen Kulturszene leistete Andreas Müller im Sauerland. Auf Initiative des ehemaligen VHS-Leiters Klaus Droste entwickelte sich eine lebendige kulturelle Landschaft, aus der am 27. Januar 1989 der Künstlerbund Südsauerland hervorging. ANDER übernahm im ersten Vorstand die Geschäftsführung. Seit 1991 ist er zudem Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (heute Bundesverband Bildender Künstler Westfalen e.V.) und engagierte sich zeitweise als Regionalvertreter.

Das Werk des Künstlers zeichnet sich sowohl durch gestisch-expressive Malerei als auch durch eine bemerkenswert gegenständliche Bildsprache aus. Besonders in seinen satirischen Bildwelten verbindet sich präzise Darstellung mit gesellschaftlicher Reflexion. Darüber hinaus widmete sich ANDER intensiv unterschiedlichen grafischen und drucktechnischen Verfahren, darunter Hoch- und Tiefdruck, Radierung, Aquatinta, Mezzotinto und Holzschnitt.

Gerade in Zeiten KI-generierter Bildwelten behauptet die klassische Malerei bei ANDER ihre besondere Bedeutung: als authentisches Original und unverwechselbares Unikat.

Die aktuelle Ausstellung widmet sich thematisch dem „Idol“ – der zeichenhaften Figuration als Vorbild, Abbild oder auch Trugbild archaisch anmutender Bildsprache. Ausgehend von abstrakten Impulsen entstehen auf Leinwand und Holz Werke in Acryl- und Öltechnik, die zwischen Abstraktion und Figuration oszillieren. Die Arbeiten bewegen sich gedanklich zwischen verborgenen Imaginationen, geheimnisvollen Schattenwelten und einer farbintensiven Bildsprache voller saisonaler Leichtigkeit und Heiterkeit.

01.06.2026