Tierschutz ist "Tauben nicht füttern""
Tierschutz ist „Tauben nicht füttern!“
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger!
In zunehmendem Maße beklagen sich Bürgerinnen und Bürger über wildlebende Tauben in unserer Stadt:- Eltern schreiben über ihre Ängste, wenn Kinder beim Spiel mit Taubenkot in Berührung gekommen sind
- Bürgerinnen und Bürger reagieren verärgert über durch Tauben beschmutzte Kleidung und Fahrzeuge
- Hauseigentümer berichten von Schäden an Gebäuden
- Geschäftsleute teilen ihren Unmut über von Taubenkot verunreinigte Verkaufs- und Werbeeinrichtungen sowie Waren mit
- und nicht nur ältere Menschen haben Angst, wenn wildlebende Tauben in rasantem Flug über ihre Köpfe hinweg Futterplätze anfliegen.
Diese Information soll einerseits die Situation der wildlebenden Tauben in der Stadt darstellen und andererseits gleichzeitig dafür werben, das einzig tierschutzgerechte Steuerungsmittel zu beachten.
Tierschutz ist „Tauben nicht füttern!“
Die Taube
schnellwüchsig - Neugeborene Tauben sind rund 20 g schwer, nackt und blind. In den ersten Lebenstagen verdoppeln sie ihr Gewicht täglich und sind damit die am schnellsten wachsenden Wirbeltiere. Ab dem 35. Tag sind die Jungen bereits von den Eltern unabhängig und können fliegen. Das durchschnittliche Alter von Stadttauben liegt zwischen 2 und 3 Jahren
kinderreich - Schon im Alter von 7 Monaten sind Stadttauben geschlechtsreif und können erfolgreich Junge aufziehen. Zwar legen sie bei jeder Brut nur zwei Eier. Bei bis zu 8 Gelegen in einem Jahr kann daraus aber eine große Schar Jungtiere hervorgehen.
emanzipiert - Weibchen und Männchen kümmern sich gleichberechtigt um ihren Nachwuchs. Beim Brüten löst sich das Paar ab. Beide Eltern produzieren in ihrem Kropf eine Art Milch, mit der sie die Jungtiere abwechslungsweise füttern
anpassungsfähig - Bei Nahrung und Brutplatz sind Stadttauben wenig wählerisch. Die natürliche Nahrung der Taube besteht hauptsächlich aus Körnern. Als Nahrung dient ihnen in den Stadt jedoch fast alles, was ihnen unter den Schnabel kommt, dazu gehören Pommes frites, Schokolade, Käse und sogar saure Gurken! Ihren Nistplatz errichten sie in irgendwelchen gedeckten Gebäudenischen, auf Abluftrohren von Tiefgaragen, unter lärmigen Brücken oder gar auf Leuchtreklamen.
intelligent - Tauben verfügen über eine erstaunliche Wahrnehmung und sind sehr intelligent. Versuche zeigten, dass sie komplexe Bilder und Muster erkennen und unterscheiden können. Sie können auch ihre Fütterer wiedererkennen, was oft die Beziehung dieser Menschen zu ihnen verstärkt.
zielsicher - Aufgrund der Ortstreue und des ausgeprägten Orientierungssinnes wurden Tauben seit der Antike als Boten verwendet. Vor allem im 19. Jahrhundert ließen sich Geschäftsleute in europäischen Städten Börsenkurse und wichtige politische Nachrichten durch Brieftauben übermitteln. Auch im Militär waren Brieftauben von Bedeutung.
ätzend - Eine einzige Taube hinterlässt jährlich rund 12 kg Kot. Dieser ist ein idealer Nährboden für Schimmelpilze. Das Pilzgeflecht gibt als Stoffwechselprodukt Säuren ab und kann auf diese Weise in Steine eindringen. Wenn in diesen feinsten Ritzen Wasser gefriert, kommt es zu Frostsprengungen.
symbolträchtig - Die Taube hat auf vielfältige Weise Eingang in unsere Welt gefunden. So gilt die Taube einerseits als Symbol des Friedens. In Venedig wäre der Markusplatz ebenso wie in London der Trafalgar Square ohne Tauben kaum vorstellbar. Andererseits können jedoch durch das enge Zusammenleben von Mensch und Taube in der Stadt
Probleme entstehen.
Woher kommen die Tauben?
Die Stadttaube stammt von der Felsentaube ab. Durch die günstigen Bedingungen des Lebensraumes "Stadt" - relativ mildes Klima, genügend Nahrung durch Füttern und Wohlstandsmüll, dem Fehlen natürlicher Feinde wie z.B. Wanderfalke, Habicht, und im Winter unnatürlich lange Tage durch Straßen- und Reklamebeleuchtung - kommt es zu einer großen Vermehrung der Stadttaube in den Städten.
Stadttauben finden auch ohne Zufütterung, selbst im Winter, ausreichend Nahrung und müssen nicht verhungern. Sie können problemlos mehrere Kilometer weit fliegen, um Futter zu suchen
Folgen der Fütterung
Die Fütterung der Tauben bewirkt leider nicht das beabsichtigte "bessere Leben" für die Tiere, sondern genau das Gegenteil. So werden die Tauben durch das reichliche Nahrungsangebot dazu veranlasst, auch im Winter zu brüten und sich damit noch stärker zu vermehren.
Auch eine natürliche Nahrungssuche findet kaum noch statt, was Bewegungsarmut und Vitaminmangel zur Folge hat. Dadurch entstehen Krankheiten, die auf andere Tauben übertragen werden, was letztendlich dazu führt, dass sich regelmäßig beschickte Futterstellen zu Infektionsherden entwickeln können.
Von der Fütterung der Tauben und den Nahrungsabfällen profitieren letztendlich auch unerwünschte Kostgänger: die Ratten!
In der Kreisstadt Olpe ist verboten, auf öffentlichem Grund verwilderte Tauben zu füttern. Dieses Verbot erfasst auch das Auslegen von Futter- und Lebensmitteln, die erfahrungsgemäßvon Tauben aufgenommen werden.
Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Olpe vom 20.12.2005
§ 5 (3) „…Tauben dürfen nicht zielgerichtet oder gezielt gefüttert werden“.



