Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung kam gestern Abend zu der im Vorfeld mit Spannung erwarteten Sondersitzung mit dem Schwerpunktthema“ Standortauswahlverfahren für das Rathaus der Kreisstadt Olpe“ zusammen.

Vorstellung der Ergebnisse  der Bürgerwerkstätten

Zu Beginn der Sitzung stellte Herr Dipl. Ing. Dominik Geyer vom Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen, Köln den Verlauf und die Ergebnisse der beiden Bürgerwerkstätten aus dem Standortauswahlverfahren vor. Anschließend erläutert er die Ergebnisse seiner fachlichen Bewertung der zur Auswahl stehenden Standorte. Danach ergibt sich ein knapper Vorsprung für die Variante eines Neubaus unter Einbeziehung des Bahnhofsgebäudes vor der Sanierung des Bestandsgebäudes und einem Neubau auf dem Realschulgrundstück. Herr Geyer wieß im Verlauf seiner Präsentation darüber hinaus noch einmal auf die besondere städtebauliche Bedeutung der Entscheidung über den Rathausstandort für die künftige Entwicklung des Areals um den alten Bahnhof, die Realschule sowie das ehemalige SIBO-Gelände hin.

Sanierungsbedarf für das bestehende Rathaus

Die Verwaltung gibt anschließend umfangreiche Informationen und Erläuterungen zu dem derzeitigen Sanierungsbedarf im Inneren des Rathauses. Danach besteht vor allem Handlungsbedarf aufgrund der Überalterung der Elektroinstallation, umfassender Schäden in den Leitungssystemen, erforderlicher Optimierungen der Barrierefreiheit, notwendiger Verbesserungen bei den bestehenden Trennwänden usw.. Darüber hinaus wird deutlich gemacht, dass neben dem laufenden Sanierungsbedarf auch der Zustand der Grundsubstanz aufgrund des Gebäudealters einer Überprüfung bedarf. Das könnte die Sanierungskosten deutlich erhöhen. Im Verlauf der anschließenden Diskussion wird deutlich, dass die Durchführung der Sanierungsarbeiten in Teilabschnitten bzw. im laufenden Betrieb unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und logistischer Aspekte sehr problematisch sein dürfte.

Neue Kostenermittlung

Im Anschluss hieran informierte Bürgermeister Peter Weber darüber, dass die Verwaltung die Erkenntnisse aus den Bürgerwerkstätten in der Zwischenzeit genutzt habe, den bereits 2012 und 2014 ermittelten Kostenrahmen zur vergleichenden Gegenüberstellung der Kosten für einen Neubau und eine Sanierung des Bestandsgebäudes auf einen möglichen Realisierungszeitpunkt nach 2020 indexieren zu lassen. In die Neuberechnung durch VBD, Beratungsgesellschaft für Behörden, sind dabei neben den zu erwartenden Preissteigerungen auch die dann voraussichtlich verbindlich nur für Neubauten geltenden deutlich höheren energetischen Anforderungen aus der ENEV 2020 eingeflossen. Dazu liegt der Verwaltung seit Montagabend, 13.06.2016, eine vorläufige, bisher ungeprüfte Berechnung, vor. Danach werden sich, vorbehaltlich einer abschließenden Prüfung, vor allem für die Neubauvariante deutlich höhere Investitionskosten (rund 18,7 Mio. Euro) ergeben.

Damit genügend Zeit für eine intensive Beratung der neuen Kostensituation verbleibt, soll auf Vorschlag von Herrn Bürgermeister Weber in der Ratssitzung am 22. Juni 2016 ein Beschluss vorbereitet werden, der zunächst nur eine Weiterleitung an die Fraktionen vorsieht.

15.06.2016