Mein Herz und andere schwarze Löcher – Jasmine Warga

Rezension

Nachdem ich den Text auf der Rückseite gelesen hatte, hatte ich eigentlich keine Lust auf das Jugendbuch „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ der jungen Autorin Jasmine Warga.

Eine Geschichte über Zwei, die den Tod suchen und die Liebe ihres Lebens finden. Auweia, dachte ich, erst gibt es jede Menge Probleme und dann ein Happyend. Das ist nix für die Leseratte.

Vielleicht war es das fröhliche, bunte Cover, das so gar nicht zum Titel passt, das mich dazu brachte das Buch aufzuschlagen.

Ich fing an und der Schreibstil der jungen Autorin gefiel mir auf Anhieb, sodass ich weiterlas. Die Geschichte ist flüssig und gut zu lesen. Einem Jugendbuch entsprechend. Die Kapitel zählen die noch verbleibenden Tage bis zum Selbstmord. Je näher der Tag rückt, umso mehr Spannung wird aufgebaut, wobei sich Wendungen im Geschehen ergeben, mit denen man nicht rechnet.

Aysel, die ihre Geschichte erzählt, will nicht mehr leben. Sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, ihr Leben zu beenden. Als sie in einem Chat Roman („FrozenRobot“) kennenlernt, scheint sie den perfekten Komplizen für ihr Vorhaben gefunden zu haben.

Die beiden habe Schlimmes erlebt. Aysel hat Angst, so zu werden wie ihr Vater der ein Verbrechen begangen hat und im Knast sitzt. Sie hat sich in ihrem schwarzen Loch vergraben und fühlt sich in ihrer Familie und in der Schule wie ein Fremdkörper. Den Tod, auf den sie Tag für Tag bewusst zugeht, versucht sie naturwissenschaftlich mit ihrem Lieblingsfach Physik zu erklären. Ob es ihr dadurch die Angst nimmt?

Roman, ein umschwärmter Sportler ist ebenfalls in seinem schwarzen Loch gefangen, wobei seine Gründe dafür lange verborgen bleiben.

Während Roman immer tiefer in seiner Depression versinkt, gibt es bei Aysel im Verlauf der Geschichte zunehmend kleine Lichtblicke, die die „schwarze Qualle“, wie sie ihre Depression bezeichnet, in ihrem Inneren kleiner werden lässt.

Und das Ende der Geschichte? Lasst euch überraschen.

Eure Leseratte aus der Stadtbücherei