Digitalisierung des Mathematikunterrichts an der Sekundarschule Olpe-Drolshagen
Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie und des zeitweiligen Wechselunterrichts rückt das Lernen mit digitalen Medien für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrkräfte immer weiter in den Fokus.
Seit Februar dieses Jahres wird das Lernen mit digitalen Medien im Fach Mathematik in Olpe zunächst an der Sekundarschule Olpe-Drolshagen durch das Südwestfalen Regionale Projekt "DigiMath4Edu" unterstützt. Weitere Schulen sollen in den kommenden Schuljahren folgen. Das von der Universität Siegen verantwortlich durchgeführte Projekt wird von zwei Landesministerien, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft und dem Ministerium für Schule und Bildung, sowie Schulträgern aus der Region gefördert. Darüber hinaus zeichnet es sich durch eine breite Unterstützung von Verbänden, namentlich der IHK Siegen und dem Arbeitgeberverband Olpe und Siegen, sowie regionalen Unternehmen aus. Das Engagement der Gebr. Kemper GmbH + Co. KG, der Heinrich Georg GmbH, der EMG Automation GmbH und der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden half nicht nur, das Projekt zu realisieren, sondern die Partnerunternehmen ermöglichen den Jugendlichen realistische Perspektiven auf die Anwendung digitaler MINT-Kompetenz. Unter der Abkürzung MINT verbergen sich die Begriffe: Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik.
Förderer der ersten Stunde ist das Unternehmen Kemper, mit dem das „DigiMath4Edu“-Team schon die ersten Workshops für Schülerinnen und Schüler in Olpe plant. Christian Küster, Geschäftsführer bei der Gebr. Kemper GmbH + Co. KG, engagiert sich persönlich für das Projekt: „Mathematikunterricht kann sehr interessant sein und ist für das spätere Leben enorm wichtig – egal, ob man sich für eine Berufsausbildung im Unternehmen oder ein Studium entscheidet. Der Nachwuchsbedarf in den Unternehmen für die technischen Ausbildungsberufe, Techniker oder Ingenieure ist bereits heute groß und wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Deshalb ist es KEMPER so wichtig, bei jungen Menschen das mathematisch-technische Interesse zu wecken und spannende zukünftige Perspektiven aufzuzeigen.“
An der Sekundarschule Olpe-Drolshagen wird der Schwerpunkt “MakerSpace” beforscht. Ein MakerSpace ist ein Ermöglichungsraum, in dem digitale Medien eine zentrale Rolle spielen. Hierzu hat die Stadt Olpe ein Digitallabor mit VR-Brillen, Sprachassistenten, Minicomputern und 3D-Druckern eingerichtet. Bürgermeister Peter Weber liegt dieses Projekt besonders am Herzen. Er betont: „Zu den wesentlichen Aufgaben von Schule gehört es, unsere Kinder auf das Leben und Lernen in einer digitalisierten Welt vorzubereiten. Das Projekt ist für unsere Stadt daher ein wichtiger Baustein, um den Bildungsstandort Olpe weiter zu stärken.“
Hinsichtlich des Einsatzes digitaler Medien und Werkzeuge im Mathematikunterricht wird die Sekundarschule von Mitarbeitenden des Lehrstuhls für Mathematikdidaktik, der von Herrn Prof. Dr. Ingo Witzke an der Universität Siegen geleitet wird, beraten. Im Rahmen einer Unterrichtsassistenz stehen Sebastian Reuter und Rebekka Post den Mathematiklehrkräften für ein Jahr zur Seite, eröffnen dem Kollegium neue technische Möglichkeiten im Unterricht, helfen bei der Planung von digitalen Unterrichtsvorhaben und deren Umsetzung im Präsenz- und Distanzunterricht. So wurden u.a. mittels einer Geometrie-Software digitale Bücher zum Thema „Volumen und Körper“ erstellt, die den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, Übungsaufgaben individuell zu wiederholen und so den Wechsel zwischen Präsenz- und Onlineunterricht einfacher zu gestalten.
Viele der in das Projekt eingebundenen Jugendlichen betrachten den Einsatz von Tablets und Handys im Unterricht als abwechslungsreich und gehen sehr natürlich mit den angebotenen digitalen Medien um. Sie zeigen keinerlei Berührungsängste, jedoch will beispielsweise das präzise Konstruieren geometrischer Figuren mit der Maus auf dem Bildschirm erstmal gelernt sein und braucht eine kontinuierliche Begleitung. Umso größer ist die Begeisterung, dass die eigenen Konstruktionen bald auch auf schuleigenen 3D-Druckern im neuen Digitallabor ausgedruckt werden können und damit Mathematik im wahrsten Sinne „anfassbar und erlebbar“ wird. Das Ziel des Projekts, die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schülern im Umgang mit digitalen Medien zu erweitern, rückt durch diese Art des motivierenden und lebensnahen Unterrichts in greifbare Nähe.
Teil der Projektstruktur ist ein Fortbildungs- und Vernetzungsangebot für den systematischen Einsatz digitaler Medien, mit dessen Hilfe Lehrkräfte, auch über die Grenzen des eigenen Kollegiums hinaus, Erfahrungen austauschen und den Mathematikunterricht mit neuen Erkenntnissen anreichern können. Das Fortbildungsprogramm steht allen Lehrkräften der Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein offen und kann unter fortbildungen.digimath4edu.de abgerufen werden.



