Beteiligungsprozess
Ein wichtiger Baustein des Mobilitätskonzepts war der breite Dialog. Die Thematiken der Verkehrsplanung und der zukünftigen Entwicklung der Mobilität betreffen alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Olpe. Zudem ist eine gute Erreichbarkeit, vor allem auch überregional, ein wichtiger wirtschaftlicher Standortfaktor für die Stadt. Eine Veränderung der Rahmenbedingungen in der städtischen Mobilität bedeutet daher erhebliche Auswirkungen für die Bürgerschaft, Betriebe und Unternehmen in Olpe und muss für eine erfolgreiche Mobilitätswende von den Bürgerinnen und Bürgern mitgetragen werden.
Bürgerforen
Die Bürgerinnen und Bürger Olpes wurden im Rahmen von zwei Veranstaltungen eingebunden. Beim ersten Bürgerforum zu Beginn des Prozesses im Mai 2023 stand die Information über Inhalte und Prozess des Mobilitätkonzeptes im Fokus.
Das zweite Bürgerforum im April 2024 stand dann ganz im Zeichen der Maßnahmendiskussion. Die ca. 30 interessierten Bürgerinnen und Bürger konnten sich über die entwickelten Maßnahmen informieren und mit Gutachterbüro und Stadtverwaltung diskutieren.
Schulbeteiligung
Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes wurden Kinder und Jugendliche aktiv eingebunden. Etwa 65 Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe des Städtischen Gymnasiums, des St. Franziskus Gymnasiums und des Berufskollegs nahmen an der Beteiligung im September 2023 teil. Ihr Verkehrsverhalten sowie ihre Wünsche und Ideen wurden in Form eines Mobilitätsquiz abgefragt.
Passantenbefragung
Im September 2023 wurde eine Passantenbefragung in der Innenstadt von Olpe durchgeführt, die an drei Tagen (Mittwoch, Donnerstag, Samstag) an verschiedenen Orten wie dem Marktplatz, dem Kurkölner Platz und dem Krankenhaus stattfand. Die Befragung lieferte wertvolle Einblicke für das Mobilitätskonzept. Sie ermöglichte es, konkrete Bedürfnisse und Wünsche der Innenstadtbesucher zu identifizieren, wie etwa Verbesserungen bei Parkmöglichkeiten, dem ÖPNV-Angebot und der Aufenthaltsqualität.
Online-Befragung
Die Online-Befragung, basierend auf dem Fragebogen der Passantenbefragung, bot im Oktober 2023 eine zusätzliche Möglichkeit zur Beteiligung für Personen, die an den Erhebungstagen nicht vor Ort sein konnten, und stärkte die Einbindung der Dörfer. Durch die Nutzung des Beteiligungsportals NRW konnten 1.049 Rückmeldungen aus Olpe und Umgebung gesammelt werden.
Akteursgespräch Mobilität (Arbeitskreis)
Der Arbeitskreis bestand aus Vertreterinnen und Vertretern aus Verbänden, gesellschaftlichen Gruppen, Mitarbeitenden der Verwaltung und der Planersocietät. In diesem Kreis wurde der Aufstellungsprozess des Mobilitätskonzeptes fachlich-inhaltlich begleitet.
Lenkungsgruppe
Die Lenkungsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der politischen Parteien und der Verwaltung, spielte eine zentrale Rolle im Diskussions- und Entscheidungsprozess des Mobilitätskonzeptes. In insgesamt vier Sitzungen wurden die Beschlussvorlagen und die Ergebnisse aus den verschiedenen Arbeitsprozessen intensiv diskutiert und bewertet.
Kommunalpolitik
Die Politik wurde regelmäßig in den Sitzungen des Ausschusses für Umwelt, Planen, Bauen über wesentliche Zwischenstände und Meilensteine informiert. Die Bestandsanalyse wurde im August 2023 vorgestellt, das Zielkonzept als Leitfaden für die Entwicklung der Maßnahmen im Februar 2024 beschlossen und abschließend wurden die Maßnahmen und das Umsetzungskonzept im November 2024 beschlossen.
Das Mobilitätskonzept: Der Prozess
Der Arbeitsprozess bestand aus drei Hauptphasen, die schrittweise ablaufen:
Bestandsanalyse
hier wurde die Ausgangslage betrachtet und auf Stärken, Potenziale, Schwächen sowie Handlungsbedarfe hin analysiert. Hierzu wurde die Infrastruktur vor Ort begangen und befahren sowie bestehende Konzepte und Planungen ausgewertet.
Die Ergebnisse der Bestandsanalyse sind im Zwischenbericht ausführlich dargelegt.
Zielkonzept
In diesem sind strategische und langfristige Ziele für die Mobilitätsplanung formuliert, welche bei zukünftigen Projekten als Handlungs- und Entscheidungsgrundlage dienen sollen. Das Zielkonzept als separater Bericht wurde im Februar 2023 politisch beschlossen und ist hier einsehbar.
Maßnahmen und -Umsetzungskonzept
Entlang der Ziele wurden Maßnahmen entwickelt, welche einen Pfad aufzeigen, um die formulierten Ziele zu erreichen. Abschließend sind diese Maßnahmen in ein Umsetzungskonzept überführt worden.
Insgesamt wurden sechs Handlungsfelder definiert:
1. Erreichbarkeit der Stadt verbessern
2. Mobilität klimagerecht gestalten
3. Attraktive und lebenswerte (Stadt-)Räume
4. Liefer-, Güter- und Schwerlastverkehr
5. Zugänglich, fair und sicher unterwegs
6. Information und Kommunikation
Die Maßnahmen sind in Maßnahmensteckbriefen dargestellt. Diese enthalten neben einer Beschreibung der Maßnahme auch einen Umsetzungshorizont, eine Priorisierung sowie eine grobe Kostenschätzung.
Aktueller Umsetzungsstand der Maßnahmen
In einem ersten Schritt wurde am 12.12.2024 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (Vorlage 250/2024), entsprechend der Empfehlungen des Mobilitätskonzeptes zunächst in den Jahren 2025 und 2026 eine sog. Parkraumerhebung in Verbindung mit der Erarbeitung eines Parkleitsystems zu planen und umzusetzen.



