Freitag, 12. Dezember 2014, 20.00 Uhr, Stadthalle Olpe
THE KING`S Speech
Schauspiel von David Seidler
Mit Götz Otto, Steffen Wink, Daniela Kiefer u. a.
Regie: Helmuth Fuschl
Es ist ein persönliches Drama, durch das neue Massenmedium Radio tausendfach verstärkt. Das Wembley Stadion im Jahre 1925, Albert, Herzog von York, zweitgeborener Sohn des britischen Königs, steht vor einem Mikrofon und soll die Abschlussrede zur Empire-Ausstellung halten. Per Radio wird diese live um den Globus übertragen. Alberts Kopf wird puterrot, die Worte bringen ihn fast zum Platzen, aber er bringt nichts heraus. Er stottert, schweigt. Jeder Redeversuch wird schlimmer. Die Peinlichkeit ist unerträglich. Albert Herzog von York ist Stotterer.
Und doch wird er 14 Jahre später The King´s Speech halten, als er vor das Mikrofon tritt, um den Bürgern des Britischen Empires mitzuteilen, dass Großbritannien Deutschland den Krieg erklärt. Zu diesem Zeitpunkt ist aus Bertie, wie er im Kreise seiner Familie gerufen wird, King George VI geworden, nachdem sein Vater verstorben und sein älterer Bruder David abgedankt ist, um die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson zu heiraten.
Das Schicksal des Prinzen Albert ist, genau zu der Zeit König zu werden, als es nicht mehr ausreicht, dem Volk zuzuwinken und auf Fotos imposant auszusehen. Das Radio bringt den Monarchen in jedes Haus und die Stimme des Königs spricht in Echtzeit zu seinen Untertanen, da die Technik es noch nicht erlaubt, die Reden zeitversetzt und geschnitten zu senden.
Kein britischer König vorher oder nachher war gezwungen, all seine Ansprachen live übertragen zu lassen. Für einen Stotterer eine wahrlich bittere Ironie des Schicksals.
Bis er für The King´s Speech allerdings bereit ist, muss der König durch das Fegefeuer einer ganz besonderen Sprachtherapie gehen. Da bisherige Versuche der Sprachkorrektur fehlgeschlagen sind, greift seine liebevolle Gattin Elizabeth, die spätere Queen Mum, zu einer unkonventionellen Methode in Form des australischen Sprechtrainers Lionel Logue. Durch seine provozierende Art lockt er den König systematisch aus der Reserve. Wie eine umgedrehte Form von „My Fair Lady“ bzw. „Pygmalion“ muss hier der Therapeut seinen Patienten zum Fluchen bringen, um dessen innere Blockaden zu lösen und seine Stimme zu befreien.
Dieses Stück ist die Geschichte eines Mannes, der schließlich durch eine Freundschaft erkennt, dass er nicht in seinem Schicksal gefangen ist, sondern sich selbst verändern kann.
David Seidler, in seiner Jugendzeit selbst Stotterer, nimmt sich vor, die faszinierende Geschichte des Königs zu erzählen. Nach umfangreichen Recherchen zu den wahren Begebenheiten stellt er im Jahre 1980 sein Theaterstück fertig. Queen Mum bittet Seidler jedoch darum, die Geschichte erst nach ihrem eigenen Ableben zu erzählen, denn „die Erinnerungen an jene Zeit seien immer noch zu schmerzvoll für sie“. So blieb das Original-Theaterstück bis zu Queen Mum´s Tod über 20 Jahre lang ungespielt, bis der Regisseur Tom Hooper darauf aufmerksam wurde und einen Kinofilm daraus machte, der mit vier Oscars ausgezeichnet wurde. Die deutsche Inszenierung von Helmuth Fuschl bringt das Stück zum ersten Mal überhaupt auf die Theaterbühne und wurde 2013 mit dem 1. Preis „Neuberin“ der Inthega bedacht.
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Eintrittspreise: 11 €, 12 €, 13 €, 14 €
Schüler/Stud. 50 % Ermäßigung



