Stadtarchiv Olpe und Heimatverein für Olpe und Umgebung e.V. laden alle Interessenten zu einem Vortrag ein

am Mittwoch, 19. September 2012, 19.00 Uhr im Alten Lyzeum in Olpe.
 
Referent:        Dr. Markus Weidner, Münster
Thema:           „ ‚Wir beantragen … unverzüglich umzubenennen.’ Straßenumbenennungen in Westfalen und Lippe im Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit“
 
Während des Nationalsozialismus wurden in den meisten deutschen Städten und Gemeinden z.T. umfangreiche Um- bzw. Neubenennungen von Straßen und Plätzen durchgeführt. Auf diese Weise wurden nicht nur die neuen Machthaber, allen voran Hitler und Göring, geehrt, sondern auch die neuen „Helden“ und „Erinnerungsorte“ des Nationalsozialismus in das Straßenbild eingeführt. Auch in Olpe wurden in den Jahren 1933-1937 Um- oder Neubenennungen durchgeführt, die im Vergleich mit anderen Kommunen durchaus typisch waren. Doch als 1937 die Franziskanerstraße in Horst-Wessel- oder Herbert-Norkus-Straße umbenannt werden sollte, kam es in Olpe zu einem für Westfalen-Lippe einzigartigen Protest. ...
Der Referent untersucht auf der Basis einer umfangreichen Materialerhebung in den heutigen Kommunen Westfalen-Lippes die Praxis der Um- und Neubenennung von Straßen und Plätzen in diesem Raum während des Nationalsozialismus und geht dabei vor allem ihren Ursachen, Anlässen und Formen sowie der (teilweisen) Rückabwicklung in der Zeit nach 1945 nach.
Dr. Marcus Weidner ist Wissenschaftlicher Referent am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster und Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen. Zurzeit erarbeitet er eine umfangreiche Datenbank zu Straßenum- und -neubenennungen in der NS-Zeit in Westfalen und Lippe.
04.09.2012