19. Jahrhundert

1801
Erzbischof Maximilian Franz erläßt eine neue Ratsordnung für die Stadt Olpe.

1801
Friede zu Lunéville zwischen Österreich zugleich für das Reich und Frankreich - Frankreich erhält das linke Rheinufer.

1802
Besitznahme des Herzogtums Westfalen durch hessen-darmstädtische Truppen

1803
Reichsdeputationshauptschluß. Säkularisation, Aufhebung des Kurstaates Köln. Olpe fällt an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (seit 1806 Großherzogtum). Beginn tiefgreifender Reformen

1806
Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

1806
Aufhebung der landständischen Verfassung im Herzogtum Westfalen

1806
Anlegung des Friedhofs bei der Kreuzkapelle - Begräbnisse an der Olper Kirche erfolgen noch bis 1808.

1807
Bildung des Justizamtes Olpe aus den ehemaligen vereinigten Gerichten Olpe-Drolshagen-Wenden mit Sitz in Olpe - auch Verwaltungsbehörde bis 1817

1808
Das Dorf Oberneger und der Ort Haardt - bisher zum Amt Bilstein, aber kirchlich zu Rhode gehörig - werden mit dem Amt Olpe vereinigt. Oberveischede, seit 1807 vom Amt Bilstein getrennt und mit dem Kirchspiel Helden dem Amt Attendorn zugeschlagen, wird dem Amt Bilstein zurückgegeben.

1808
Einführung der Schultheißverfassung in den hessischen Landgemeinden. Bildung der Schultheißbezirke Rübling-hausen, Lütringhausen, Saßmicke, Thieringhausen, Alten- und Neuenkleusheim, Rehringhausen, Rhode, Eichhagen und Oberneger. Rosenthal und Ronnewinkel werden dem Schult-heißbezirk Frenkhausen im Kirchspiel Drolshagen zugeteilt (bis 1826).

1810
Brand des Gerberviertels Weierhohl

1810
Erlaß einer Forst-Verordnung für das Amt Olpe

1811
Erlaß der Schultheißordnung für die Stadt Olpe: Aufhebung der Ratsverfassung - die Stadt verliert die seit Jahrhunderten bestehenden Rechte. Beseitigung der mittelalterlichen Trennung zwischen Stadt und Land zugunsten eines neuen einheitlich organisierten Kommunaltyps. An die Stelle des Bürgermeisters tritt ein Stadtschultheiß (Staatsbeamter).

1811
Das Bergamt Olpe wird mit dem Briloner Amt zusammen nach Eslohe verlegt.

1811
Aufhebung der mittelalterlichen Zunftordnung

1813 - 1815
Befreiungskriege gegen Napoleon

1813
Gelübde der Rüblinghauser, die Festtage ihrer "Ortspatrone" Leonardus und Matthias feierlich zu begehen und zu fasten (die sogenannten "Schmachttage")

1816
Der auf dem Wiener Kongreß 1815 beschlossene Anschluß des Herzogtums Westfalen an Preußen wird vollzogen. Olpe gehört seither dem neu gebildeten Regierungsbezirk Arnsberg in der ebenfalls neu geschaffenen Provinz Westfalen an.

1816 / 17
Hungerkrise durch Missernten in weiten Teilen Europas

1817
Bildung des Kreises Bilstein aus den in hessischer Zeit geschaffenen Justizämtern Attendorn, Bilstein und Olpe. Sitz des Landratsamts ist Bilstein, erster Landrat Caspar F. J. Freusberg.

1817
Auf heutigem Stadtgebiet leben 4321 Einwohner (1601 in der Stadt, 2720 auf dem Land).

1819
Der Kreis Bilstein wird in Kreis Olpe umbenannt: Olpe wird Kreisstadt und Sitz des Landratsamts.

1821
Die Bulle "De salute animarum" weist das ehemalige kurkölnische Sauerland dem Bistum Paderborn zu.

1822
Kauf des Weberschen Hauses in der Westfälischen Straße als neues Rathaus

1823
Kauf des von Fürstenbergschen Hauses in der Frankfurter Straße durch Landrat Caspar F. J. Freusberg als neues Landratsamt (1887-1963 Eigentum des Kreises)

1826
Auflösung der Schultheißbezirke: Errichtung der Bürgermeisterei Olpe, bestehend aus der Stadt Olpe und den Landgemeinden des ehemaligen Gerichts Olpe, den ländlichen Teilen des Kirchspiels Olpe sowie den Kirchspielen Kleusheim und Rhode. Die Stadt stellt keine eigenständige Verwaltungseinheit mehr dar.

1827 / 28
Das Langhaus der Kirche in Neuenkleusheim wird durch einen breiterer Saalbau ersetzt.

1827 / 29
Neubau der Rhoder Kirche - der Turm aus dem 12./13. Jh. bleibt erhalten.

1828
Gründung des St.-Sebastianus-Schützenvereins in der Stadt Olpe - Auflösung der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft. Ankauf des Schützenplatzes auf dem Imberg ("Ümmerig")

1831
Friedrich Harkort, Pionier der Industrialisierung, Politiker und Sozialreformer, nimmt die Rüblinghauser Hütte (von ihm Henriettenhütte genannt) in Betrieb, verliert sie aber schon 1834 im Zuge geschäftlicher Mißerfolge. Daneben bestehen bei Olpe noch die Olper und die Stachelauer Hütte.

1831
Vollendung der Minden-Koblenzer Straße im Raum Olpe

1831
Errichtung der Rektoratsschule aus Mitteln der Stadt und des Rochus-Benefiziums

seit ca. 1834
Auswanderungen nach Amerika

um 1835
Ersterwähnung von Friedrichsthal (benannt nach Friedrich Frahne, Inhaber der dortigen Papiermühle)

1837
Kölner Wirren

1836
Der aus Steinau/Schlesien gebürtige Buchdrucker Carl Ferdinand Daemisch richtet eine erste Druckerei in Olpe ein (bis 1837) - Herausgabe eines Wochenblatts für den Kreis Olpe 1837

1839
Auflösung des preußischen Justizamts Olpe. Es entsteht das Stadt- und Landgericht Olpe, 1849 das Kreisgericht.

1840
Mit dem Walzwerk in Niederstenhammer gründen die Unternehmer Hundt, Fuchsius und Sondermann das erste modernen Typs in Olpe.

1840
Gründung des "Olper Kreis-Blatts" durch den aus Berlin gebürtigen Buchdrucker Theodor Mietens (seit 1874 "Olper Intelligenz-Blatt", seit 1876 "Sauerländisches Volksblatt" genannt - mit Unterbrechungen erschienen bis einschließlich 1979)

1841
Der Buchbinder Franz Xaver Ruegenberg richtet in Olpe eine Leihbibliothek ein - 1848 auch eine Buchhandlung. 1849 übernimmt er das weiterhin bis 1895 bei Mietens/Alt gedruckte "Olper Kreis-Blatt".

1841
Gründung der ersten Sparkasse im Kreis Olpe, der Städtischen Sparkasse Olpe

1842 / 44
Gründung der evangelischen Kirchengemeinde (Mitbegründer: Buchdrucker Theodor Mietens, Gewerke Heinrich Kreutz und Gerichtsrat Heinrich Lyncker)

1843
Beseitigung der hessischen Schultheißverfassung durch Einführung der modifizierten Westfälischen Landgemeindeordnung mit Bildung des Amtes Olpe, bestehend aus der Stadt Olpe, den Landgemeinden des Kirchspiels Olpe sowie den Kirchspielen Kleusheim und Rhode

1846 / 47
"Hungerjahr"- strenger Winter

1846 - 1851
Bau der Altenhagen-Siegener-Straße im Raum Olpe

1847
Kauf eines Hauses in der Frankfurter Straße als evangelisches Pfarrhaus mit Betsaal

1847
Die seit 1845 bestehende evangelische Privatschule wird eine öffentliche evangelische Volksschule (1877 aufgelöst, 1887 neu eingerichtet).

1848
Märzrevolution: Bildung einer Bürgerwehr in Olpe - schwarz-rot-goldene Fahnen

1850
Hubert Ruegenberg setzt in Olpe erstmals das Puddelverfahren ein.

1850
Einführung der neuen, erstmals in Preußen parlamentarisch verabschiedeten Gemeindeordnung (Revolutions-Kommunalverfassung) in Olpe - aufgehoben 1853

1853
Eröffnung einer Handwerker-Sonderschule (bis 1872, 1894 wiedereröffnet)

1856
Gründung des St.-Martinus-Hospitals. Die Vinzentinerinnen werden 1900 von den Olper Franziskanerinnen abgelöst.

1857
Verleihung der Westfälischen Städteordnung von 1856 an die Stadt Olpe. Die Stadt scheidet 1858 aus dem Amtsverband aus - Stadt und Amt (Gemeinden Olpe-Land, Kleusheim und Rhode) werden nun in Personalunion vom Bürgermeister der Stadt geleitet.

1859
Einweihung der neuen Volksschule am Markt - vorher befand sich die Schule "Auf der Mauer"/Ecke Kirchgasse.

1859
Umwandlung der Rektoratsschule in die Höhere Stadtschule

1859 / 63
Gründung der Genossenschaft der Armen Franziskanerinnen durch Maria Theresia (geb. Aline) Bonzel (1830-1905)

1861
Eröffnung der Ruhr-Sieg-Eisenbahn, die - an Olpe vorbei - nur den Ostteil des Kreises durchschneidet. Ende des traditionellen Gewerbes: wirtschaftlicher Niedergang der Bergwerksbetriebe, Olper Hütten und eisen- und stahlverarbeitenden Betriebe

1864
Olpe erhält eine Telegraphenstation.

1866
Krieg Preußens gegen Österreich

1870
Gründung einer Höheren Töchterschule im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Olpe (1876 geschlossen)

1870 - 1871
Deutsch-Französischer Krieg

1871
Gründung des Deutschen Reiches

1871
Schließung der letzten Eisenhütte auf Olper Stadtgebiet, der Olper Hütte des Gewerken Heinrich Kreutz im Dohm

1871 - 1887
Kulturkampf

1873
Anlegung des evangelischen Friedhofs in der Bergstraße

1875
Gründung eines "politischen Vereins" (Zentrum) in Olpe

1875
Eröffnung des Olper Bahnhofs und der Bahnstrecke nach Attendorn/Finnentrop

1876
Das Olper Armenhaus bei der Kreuzkapelle brennt ab und wird nicht wieder aufgebaut.

1880
Eröffnung der Bahnstrecke Olpe-Rothemühle

1882
Gründung der Rheinisch-Westfälische Kupferwerke AG, hervorgegangen aus dem Dreifördener Hammer der Familie Hesse. Die erste Aktiengesellschaft mit Sitz in Olpe hat nationale Bedeutung.

1883
Dr. med. Gottfried Ruegenberg (1808-1892) erhält das Ehrenbürgerrecht der Stadt Olpe.

1884
Die Allgemeine Ortskrankenkasse Olpe wird gegründet.

1887 / 88
Bau einer zentralen Wasserversorgung in der Stadt Olpe mit Hausanschlüssen

1888
Erstes elektrisches Licht brennt in der Gerberei Theodor Lütticke.

1889
Ende des Olper Bergbaus: Die letzten Gruben St. Georgius und Vereinigte Rhonard stellen ihre Betriebe ein.

1891
Ein Sparkassenskandal mit Veruntreuungen von einer halben Million Mark sorgt für Aufsehen.

1892
Der spätere Schriftsteller Adolf von Hatzfeld (+ 1957) wird in Olpe geboren.

1893
Neugründung der Höheren Töchterschule (St.-Franziskus-Schule)

1893
Eröffnung des neuen Postamts in der Martinstraße

1894
Das erste öffentliche Schwimmbad wird in Olpe eröffnet, das "Wilhelmsbad"in der Günse.

1894 / 95
Neubau des Mutterhauses der Franziskanerinnen in der Franziskanerstraße, des Noviziats 1906

1895 / 96
Bau der Höheren Stadtschule "In der Wüste"

1897
Bau des Gebäudes der Spezialkommission in der Westfälischen Straße

1897
Preußisches Gesetz zur Regelung der Forstverhältnisse im ehemaligen Justizamt Olpe

1897 / 98
Bau der evangelischen Kirche

1898
Gründung der Freiwilligen Bürger-Feuerwehr Olpe

1898
Olpe geht ans Telefonnetz.

1898
Dr. med. et chirurg. Wilhelm Fuchsius (1822-1903) erhält das Ehrenbürgerrecht der Stadt Olpe.

1899
Kreisgerichtsrat a.D. Caspar Freusberg (1809-1900) erhält das Ehrenbürgerrecht der Stadt Olpe.

1899 / 1900
Bau eines neuen evangelischen Schulhauses

1900
Die seit 1857 bestehende Personalunion der Verwaltungsspitze des Amtes und der Stadt Olpe endet. Das Amt erhält einen eigenen Amtmann.

1900
Bau eines Messing- und Bronze-Walzwerks der Gebr. Kemper am Standort der früheren Rüblinghauser Hütte.